Seit März 2006 besitzt die Feuerwehr Buchloe eine Wärmebildkamera Modell "Evolution 5200" der Firma Auer.
Zum Zeitpunkt des Kaufes war die Kamera eine der modernsten Feuerwehrkameras auf dem Markt.
Wärmebildkameras geben die für das Auge unsichtbare Wärmestrahlung der Umgebung auf einem Bildschirm wieder. Atemschutztrupps
können damit vermisste Menschen in stark verqualmten Räumen "sehen".
Bei Personensuchen kann so lebenswichtige Zeit gespart werden.
Mit dem angebauten "Video Capture"-Gerät kann man bis zu zwei Stunden Filmaufnahmen der Kamera speichern.
Die bei Einsätzen (und Übungen) gesammelten Aufnahmen können zur Einsatzdokumentation (Brandursachenermittlung) und zur
besseren Ausbildung der Atemschutzträger genutzt werden.
Einsatzmöglichkeiten:
Beim Eintreffen an der Einsatzstelle kann sich der Einsatzleiter schnell einen Überblick über die Brandausbreitung
machen und seine Kräfte effizienter einsetzen.
In stark verqualmten Räumen können sich die Atemschutztrupps besser zurechtfinden, so
können sie den Brandherd schneller orten und bekämpfen
können sie Hindernisse oder Löcher im Boden besser erkennen
finden sie bei Gefahr schneller einen Rückzugsweg
Brände hinter Verschalungen können schnell erkannt, gezielt freigelegt und bekämpft werden.
Bei Personensuchen in verrauchten Gebäuden kann durch den Einsatz einer Wärmebildkamera bis zu 75% Zeit eingespart werden.
Diese Zeit ist für die Opfer oft entscheidend sein!
Bei Verkehrsunfällen kann anhand des Wärmeabdrucks in den Sitzen überprüft werden wie viele Personen sich in einem PKW
befunden haben.
Auch bei Vermisstensuchen auf großen Flächen kann die Wärmebildkamera unterstützen.
Farblose flüssige Chemikalien können mithilfe der Wärmebildkamera im Wasser erkannt und so schneller aufgenommen werden.
Funktionsweise:
Eine Wärmebildkamera erkennt anders als eine normale Viedeokamera nicht das sichtbare Licht, sondern die elektromagnetische
Wärmestrahlung (langwelligeres Licht) die von jedem Körper ausgeht.
Der Benutzer sieht also keine Farben von Gegenständen sondern deren Temperatur, die auf dem Bildschirm mit
unterschiedlichen Graustufen (schwarz=kalt, weiß=heiß) dargestellt wird.
Die Software färbt den heißesten Bereich auf dem Bildschirm rot ein, dadurch lassen sich auch auf großen Flächen Wärmequellen
wie zum Beispiel vermisste Personen leicht finden.
Allerdings kann der Blick auf den Bildschirm auch täuschen. Wärmestrahlung wird an Glasflächen oder Metallen gespiegelt.
Anstatt durch ein Fenster ins Freie zu sehen erkennt der Atemschutzträger sich selber auf dem Bildschirm.
Dieses Videowurde in einem Übungscontainer gedreht in dem echte Rauchgasdurchzündungen erzeugt werden können.
Am Anfang erkennt man eine Gruppe von Atemschutzträgern. Zu diesem Zeitpunkt herrschen nur noch etwa zehn Zentimeter
Sichtweite!
Dann zeigt die Kamera das Feuer im vorderen Teil des Containers. Es heizt sich von anfangs 250 auf über 600 Grad auf bis die
Durchzündung erfolgt. Da die Temperatur größer als 500° Celsius beträgt wird die Rauchschicht rot eingefärbt.
Am Ende des Videos wird das Feuer durch mehrere Wasserstöße abgekühlt.